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Tschechische Berufspendler haben mit Einreiseverboten zu kämpfen

Tschechien ist auch EU-Mitgliedsstaat: Aber tschechische Berufspendler tun sich derzeit schwer nach Oberfranken zu fahren. Im Gegensatz dazu können österreichische Facharbeiter weiterhin problemlos nach Bayern einreisen.

Rund fünf Wochen lang musste eine oberfränkische Zimmerei auf seine langjährigen tschechischen Mitarbeiter verzichten. Normalerweise fahren sie jeden Tag nur wenige Kilometer zur Arbeit nach Bayern. Aber das war wegen der Corona-Pandemie seit Ende März bis Ende April nicht mehr möglich.

Denn die tschechische Regierung hatte Einreiseverbote angeordnet. Die Chefin der Zimmerei erklärt: „Wenn die Mitarbeiter nach der Arbeit nach Tschechien zurückgefahren wären, dann hätten sie dort zwei Wochen in Quarantäne gemusst.“

Österreichische Berufspendler brauchen Bescheinigung - diese gilt für Tschechen nicht

Im Gegensatz dazu konnten grenznahe Berufspendler aus Österreich problemlos weiter nach Bayern ein- und ausreisen – mit einer Arbeitgeberbescheinigung.

Für Tschechen, auch ein EU-Mitgliedsstaat, galt diese nicht. In dem geschilderten Fall mussten sich die Mitarbeiter Urlaub nehmen und bauten Minusstunden auf: „Und bei uns auf dem Bau fehlte jede Hand!“

Weiteres Problem: „Sie haben auch kein Kurzarbeitergeld bekommen, weil sie dem deutschen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen. So sind die Voraussetzungen.“ Die Folge: „Die Mitarbeiter waren den Tränen nahe, denn mit tschechischem Arbeitslosengeld kommt man nicht weit.“

Mittlerweile hat sich die Lage zum europäischen Nachbarland zwar entspannt. Trotzdem gibt es weiterhin folgende Regel bei der Einreise nach Tschechien, wie das Auswärtige Amt informiert: „Alle aus dem Ausland einreisende Personen müssen seit dem 27. April 2020 bei Einreise ein maximal vier Tage altes negatives Testergebnis über einen durchgeführten Corona-Test vorlegen oder haben die Pflicht zu einer 14-tägigen Quarantäne.“

Corona-Test kostet Arbeitgeber 170 Euro

Für die Mitarbeiter der oberfränkischen Zimmerei heißt das: Sie übernachten derzeit in Oberfranken und machen einmal im Monat und maximal vier Tage vor ihrer Heimfahrt einen Corona-Negativtest beim Gesundheitsamt: „Der kostet 170 Euro, das zahlen wir als Arbeitgeber.“

Zu einer Grenzöffnung äußert sich der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis in der Onlineausgabe der Zeitung “Blesk“ zurückhaltend, denn die Situation in der Coronavirus-Pandemie sehe in Deutschland, insbesondere in Bayern, “nicht ideal” aus.

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